Eine AVM-Blutung

 

Über die Blutung

Das erste Symptom einer AVM stellt leider oftmals eine Hirnblutung dar, eine Form des Schlaganfalls. Die Gefäßwand einer Vene dehnt sich durch hohen Druck aus. Einige Gefäße werden dadurch breiter und es entstehen Schwachstellen in der Gefäßwand. Hirnblutungen werden durch einen Riss in der Gefäßwand verursacht. AVM-Blutungen können in jedem Alter auftreten, aber die meisten treten bei Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf. Diese Blutungen erfolgen in der Regel im Hirngewebe (intrazerebrale Blutungen), manchmal aber auch zwischen der Gehirnhaut (subarachnoidale Blutungen). Die Folgen der Blutung hängen von der Lokalisation der Blutung im Gehirn und der Größe der Blutung ab.

Symptome

Die Symptome der Blutung reichen von plötzlichen Kopfschmerzen über Lähmung, Bewusstlosigkeit bis hin zu einem epileptischen Anfall. Bei starken Blutungen ist sogar der Tod durch die Blutung oder deren Folgen möglich.

Krankenhausaufenthalt nach einer Blutung aus einer AVM

Ihre Genesung nach einer Blutung aus einer AVM hängt von mehreren Faktoren ab und dauert in der Regel viele Monate. Wenn Sie nach einer Blutung Ausfallserscheinungen haben, die Ihre Fähigkeit zum Denken oder zum Versorgen einschränken, dann wird der Rehabilitationsarzt beurteilen, wo Sie sich am besten erholen können. Dies kann zu Hause, in einem Rehabilitationszentrum oder auf einer Aufwachstation in einem Pflegeheim erfolgen.
 
In Abhängigkeit von Ihren Problemen werden Sie von Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten und Sozialarbeitern betreut.
 
Um Sie und Ihre nächsten Angehörigen über den Fortschritt auf dem Laufenden zu halten, werden während des Krankenhausaufenthalts wöchentlich Gespräche mit Ihnen, Ihrem Ärzteteam und Ihren Angehörigen geführt. Während Ihrer Aufnahme nach der Blutung werden wir mit Ihnen und Ihren Angehörigen einen Behandlungsplan besprechen.

Beschwerden

Möglicherweise bleiben für andere sichtbare und unsichtbare Beschwerden zurück. Häufige Beispiele dafür sind: (geistige) Müdigkeit, Probleme bei der Verarbeitung von Reizen, Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit und Kopfschmerzen. Dies kann eine ziemliche Einschränkung für die Aufnahme Ihrer täglichen Aktivitäten darstellen.
Ein spezielle Pflegekraft bespricht mit Ihnen und Ihren Angehörigen Folgetermine, und berät Sie hinsichtlich Lebensregeln und der Aufnahme von Aktivitäten, bevor Sie entlassen werden.

Tägliche Aktivitäten nach einer AVM-Blutung

Nach einer AVM-Blutung hat das Stillen der Blutung in der Regel oberste Priorität. Die AVM-Behandlung erfolgt in der Regel zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sich das Gehirn von der Blutung erholt hat. Ihr behandelnder Arzt bestimmt den richtigen Zeitpunkt der Behandlung.
 
Die Folgen einer Hirnblutung für die Wiederaufnahme des täglichen Lebens sind je nach Schwere der Blutung sehr unterschiedlich. Wie Sie Ihre täglichen Aktivitäten, Arbeiten und Hobbys am besten wieder aufnehmen können, erfahren Sie von einer speziellen Pflegekraft, einem Rehabilitationsarzt und/oder Betriebsarzt.
 
Wenn Sie sich von der Blutung erholen, möglicherweise bis zum Zeitpunkt der AVM-Behandlung, besteht oftmals Unsicherheit über Aktivitäten, die den Druck auf den Kopf erhöhen. Denken Sie beispielweise ans Fliegen, Tauchen, Rollschuhlaufen, Pressen, einen Saunagang oder an Sex. Es gibt keine Belege dafür, dass diese Aktivitäten das Risiko einer neuen Blutung durch eine AVM erhöhen. Diese Aktivitäten können daher wie gewohnt durchgeführt werden.

Fahren nach einer AVM-Blutung

Ist die AVM ausgeblutet, gilt ein Fahrverbot von 6 Monaten nach der Blutung. Treten nach diesem Zeitraum noch Restsymptome auf, welche die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, ist ein Bericht Ihres Spezialisten erforderlich. Auf der Grundlage dieses Berichts kann die CBR entscheiden, ob eine zusätzliche unabhängige medizinische Untersuchung oder eine Fahrprüfung erforderlich ist. Ihr Facharzt erstellt den Fachbericht zusätzlich zum Gesundheitszertifikat der CBR (auf niederländisch).
 
Patienten Gehirnanomalie Arteriovenose Malformation AVM im Gehirn

Was ist eine AVM?

Eine arteriovenöse Malformation (AVM) ist eine Missbildung im Blutgefäßsystem. Man spricht hier von einer Art „Kurzschluss“ zwischen einer Arterie und einer Vene. lese Sie mehr

Was ist eine AVM?

Eine arteriovenöse Malformation (AVM) ist eine Missbildung im Blutgefäßsystem. Man spricht hier von einer Art „Kurzschluss“ zwischen einer Arterie und einer Vene. Normalerweise versorgt eine Arterie, die unter hohem Druck steht, das Blut mit Sauerstoff. Durch die Kapillaren fließt es entlang der Gehirnzellen. Dort wird der Sauerstoff freigesetzt. Das sauerstoffarme Blut gelangt dann über kleine Entwässerungsgefäße in die großen abführenden Venen. Bei einer AVM fehlt es an diesen Kapillaren. Stattdessen sind die Arterien direkt mit den Venen verbunden, ohne dazwischenliegende Kapillaren. Dies führt zu einem hohen Druck abführender Venen.

Ursache und Ursprung

Die Ursache für eine AVM im Gehirn ist unbekannt. Man geht davon aus, dass sich vor der Geburt eine „Veranlagung“ entwickelt, nach der sich eine AVM im Laufe des Lebens entwickelt und meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr zum Vorschein tritt.

Wie häufig kommt eine AVM vor?

Eine AVM ist ziemlich selten. Es ist unklar, wie viele Menschen eine AVM im Gehirn haben. Jedes Jahr wird bei 1 von 100.000 Menschen eine AVM diagnostiziert. 

Symptome

Etwa 70 % aller AVMs werden diagnostiziert, ohne dass eine Blutung auftritt. Dies kann auf Beschwerden in Form eines epileptischen Anfalls, vorübergehende Sprachstörungen oder Lähmungen zurückzuführen sein. Man geht davon aus, dass dies auf einen Mangel an Sauerstoffversorgung des relevanten Teils des Gehirns zurückzuführen ist. Eine AVM kann auch zufällig entdeckt werden, wenn aus einem anderen Grund ein Scan des Kopfes durchgeführt wird.

Behandlung

Eine AVM, bei der keine Blutung vorliegt, muss nicht immer behandelt werden. Dies ist in bestimmten Fällen auch nicht wünschenswert. Ihr behandelnder Arzt wird dies mit Ihnen besprechen.
Ist die AVM behandlungsbedürftig, besteht das Ziel der Behandlung darin, die AVM vollständig auszuschalten, um Blutungen zu vermeiden oder Beschwerden zu reduzieren/stoppen.

Untersuchung und Diagnose

Sofern Sie unter einer AVM leiden, werden Sie an einen Neurochirurgen oder Neurologen verwiesen, der auf Hirngefäße spezialisiert ist. lese Sie mehr

Untersuchung und Diagnose

Sofern Sie unter einer AVM leiden, werden Sie an einen Neurochirurgen oder Neurologen verwiesen, der auf Hirngefäße spezialisiert ist. Um sich ein gutes Bild von der AVM und ihrer Kommunikation mit den umliegenden Gefäßen zu machen, ist eine Gefäßuntersuchung (Angiographie) erforderlich.
Die Behandlung des AVM erfordert eine MRT des Gehirns, um die Position der AVM und des umgebenden Hirngewebes besser bestimmen zu können.

Mit einer AVM leben

Nach einer AVM gilt es eine Reihe von Dingen zu beachten. lese Sie mehr

Mit einer AVM leben


  • Wird eine AVM entdeckt, entsteht oftmals eine Unsicherheit hinsichtlich derjenigen Aktivitäten, die den Druck auf den Kopf erhöhen. Denken Sie beispielweise ans Fliegen, Tauchen, Rollschuhlaufen, Pressen, einen Saunagang oder an Sex. Es gibt keine Belege dafür, dass diese Aktivitäten das Risiko einer Blutung aus einer AVM erhöhen. Diese Aktivitäten können daher wie gewohnt durchgeführt werden.


Eine AVM-Blutung

Das erste Symptom einer AVM stellt leider oftmals eine Hirnblutung dar, eine Form des Schlaganfalls. lese Sie mehr

Erfahrungs­bericht Lammert

"Es war ziemlich bizarr, die Erfahrung machen zu dürfen, wie der Krankenwagen mit „Pauken und Trompeten“ zu mir kam." lese Sie mehr

Erfahrungs­bericht Lammert

Lammert ist 50 Jahre alt, verheiratet, Vater von drei Kindern und liebt Gartenarbeit. Nach seiner Hirnblutung im Jahr 2014 arbeitet er nun wieder als Polizist.

1. Wann hatten Sie eine Hirnblutung?

Im November 2014 hatte ich eine Hirnblutung als Folge einer AVM. Ich wurde für zwei Wochen in das Krankenhaus Zwolle eingeliefert, von denen ich fünf Tage auf der Intensivstation verbrachte. Es war ziemlich bizarr, die Erfahrung machen zu dürfen, wie der Krankenwagen mit „Pauken und Trompeten“ zu mir kam. Der gleiche Krankenwagen, den ich in meiner eigenen Arbeit mehrmals anfordern musste.
 

2. Wie ist Ihre Behandlung verlaufen?

Als ich mich von meiner Hirnblutung erholte, wurde ich in einem anderen Behandlungszentrum behandelt. Der Arzt dichtete die AVM von der Leistengegend aus ab. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass die AVM noch nicht ganz behoben war, sodass ich nochmals operiert werden musste. Da es keine Sicherheit gab, dass dies über die Leiste möglich sein würde, wurde ich nun über einen Knochenzugang operiert. Eine neue Technologie ermöglichte es, während der Operation zu kontrollieren, ob die AVM vollständig entfernt werden konnte. Als ich mich noch von der Intensivstation erholte, kam der Arzt vorbei, um mir mitzuteilen, dass die Operation zu 100 % erfolgreich war und dass ich mich vollständig erholen würde.

3. Wie schauen Sie auf Ihre Genesung zurück?

Zuerst erlebte ich die Krankheit als das Ende meines Berufslebens. Bald stellte sich heraus, dass von der Hirnblutung fast nichts mehr übriggeblieben war. Körperlich haben sich nur meine Augen stark verschlechtert, sodass ich jetzt eine Brille trage. Das hatte ich vor der Operation nicht. Ich arbeite jetzt zu 100 % in meiner alten Position als Polizist und arbeite auch wieder im Schichtdienst. Zu wissen, dass man vollständig genesen ist, ist eine große Erleichterung. Seit der Blutung habe ich damit begonnen, die Dinge etwas zu relativieren und die kleinen Dinge um mich herum mehr zu genießen. Vielleicht bin ich auch etwas emotionaler geworden.

 

4. Wie haben Sie die Pflege wahrgenommen?

Die Behandlung und Betreuung gab mir und meiner Familie ein gutes Gefühl. Der behandelnde Arzt erläuterte mir klar die Erkrankung und was zu tun war. Er benutzte dafür auch die Scans, die angefertigt worden waren. Er kommunizierte stets offen, sodass wir großes Vertrauen in die Behandlung hatten. Auch die Unterstützung durch die Pflegespezialistin haben wir als sehr positiv wahrgenommen. Sie ist kompetent, weiß, was getan wurde, was noch zu tun ist und ist stets kurzfristig erreichbar.